Was ist Astrologie?

Was ist Astrologie?

Die Sterne und Planeten haben immer schon ein Gefühl des Staunens ausgelöst. Viele Kulturen blicken in den Himmel und sehen dort das Gesicht des Göttlichen. Es gibt einen kosmischen Tanz im großen und einen im kleinen Stil für jeden von uns. Astrologie ist das Studium von Mustern und Beziehungen – von sich bewegenden Planeten, unserem Geburtshoroskop, der Synastrie mit anderen, der Zusammensetzung von Elementen und das Verwenden dieses Wissens als Werkzeug, um einen Sinn zu finden.

Die Astrologie basiert auf einer sehr exakten Wissenschaft, der Astronomie. Um ein akkurates Horoskop zu erhalten, werden die Geburtszeit und der Geburtsort benötigt. Anhand dieser Daten werden der Sonnenstand, die Positionen des Mondes und der Planeten bestimmt sowie weitere astronomische Berechnungen durchgeführt. Dies wird anhand sehr genauer Tabellen, die von der NASA zur Berechnung von Planetenpositionen herausgegeben wurden, ermittelt.

Die Natur der astrologischen Deutung (Analyse) ist vielschichtig und ist mehr in den Bereich der Metaphysik, das Studium dessen, was jenseits des Physischen liegt, im letzten Jahrhundert auch zunehmend in den psychologischen Fachbereich, einzuordnen. Sie ähnelt auch anderen Bereichen, die auf alten Theorien über Energiemuster beruhen, wie Feng Shui, Akupunktur und Yoga. Astrologie auf hohem Niveau ist Meisterschaft in ihren zugrundeliegenden Wissenschaften und der intuitiven Künste.

Ist Astrologie eine Wissenschaft?

Die Kunst der Astrologie wird auch manchmal die “Mutter aller Wissenschaften “genannt. Dahinter verbirgt sich nichts weniger als die erste systematische Beobachtung von himmlischen Bewegungen und weltlichen Ereignissen, die lange bevor es Geschichtsaufzeichnungen gab, von Menschen gemacht worden ist. Die Astrologie ist jedoch keine Wissenschaft im streng definierten Sinne, weil es hier nicht um klassische kausale Verbindungen (“wenn… dann…”) geht , wie z.B. in den klassischen Naturwissenschaften, sondern um ein in den modernen Kulturen meist verloren gegangenes, zyklisches Verständnis über sich in Raum und Zeit entwickelnder Potenziale.

Bei der Beantwortung der obigen Frage kommen wir also zu dem Ergebnis, daß die Astrologie eine Erfahrungswissenschaft ist, die fast genauso alt ist, wie die Menschheit selbst. In den Jahrtausenden der Entwicklung dieses Wissens wurde zu Beginn immer wieder die Beobachtung gemacht: Himmelsobjekte haben einen Einfluß auf die Menschen.

Schon in den früheren Stadien der Kulturen wurde beobachtet, daß der Mond eine deutliche Wirkung nicht nur auf die Ozeane hat (Ebbe und Flut), sondern auch auf die menschliche Psyche und den weiblichen Zyklus. Die Wirkung des Mondes ist heute sogar der äußerst skeptischen Wissenschaft bekannt – vor Vollmond steigen zum Beispiel die Unfallzahlen. Auch wissen viele Mediziner, daß vor Neu- und Vollmond die Blutungsgefahr relativ hoch ist. Daß die Sonne – durch die Jahreszeiten – eine massive Auswirkung auf alles Lebendige hat, müssen wir hier nicht erwähnen. Doch zum Beispiel auch die Aktivität der Sonne – als eine elfjährige Periode den Astronomen bekannt – hat etwa eine Auswirkung auf den Wuchs der Bäume. Sie macht sich durch unterschiedlich dicke Baumringe bemerkbar.

Astrologie als Mutter allen Wissens

Unsere Vorfahren waren der Natur und damit auch ihren Zyklen fast vollständig ausgesetzt. Dadurch wurden sie zu exzellenten Beobachtern: Aussaat- und Erntezeiten müssten bestimmt werden, Sonnen und Mondfinsternisse wurden als wichtige Zeichen gedeutet, Auf- und Untergänge bestimmter Planeten und Sternen signalisierten Beginn oder Ende von Naturvorgängen wie die für die Landwirtschaft notwendigen Überschwemmungen des Nils.

Doch sie blieben nicht bei der bloßen Beobachtung der Vorgänge stehen. Sie begriffen, daß alles in der Natur gewissen Urgesetzten folgt und innere Zusammenhänge aufweist und entwickelten die Lehre der Entsprechungen und der universellen Urprinzipien. Diese kosmischen Gesetze kann man in einem Satz etwa folgendermaßen wiedergeben: Für alles, was auf der Welt existiert, gibt es auf jeder Ebene des Daseins eine Entsprechung, „Wie oben – so unten, wie innen – so außen, wie im Kleinen – so im Großen.“

Astrologie arbeitet also mit Analogien (Entsprechungen) und mit Archetypen (Urprinzipien). Anhand von Entsprechungen können zwischenmenschliche Abläufe besser erklärt werden, können sogar Lösungen angeboten werden. Urprinzipien helfen dabei, sich selbst und die Anderen besser zu verstehen.

Astrologie als vielseitiges kreatives Werkzeug

In unseren Händen kann ein astrologisches Horoskop also zu einem kreativen Werkzeug werden, mit welchem wir lernen, Gesamtzusammenhänge zu begreifen. Es kann uns durch die Aussagen der Astrologie gelingen, unsere Probleme und Schwierigkeiten, aber auch unsere Fähigkeiten und Begabungen als Lerngelegenheiten zu begreifen, als etwas also, was wir integrieren können in den komplexen Ausdruck unserer Persönlichkeit. So können wir etwa z.B. verstehen, warum wir unter bestimmten Bedingungen aufwachsen “mussten”, um bestimmte Einsichten und Erfahrungen zu bekommen, die wiederum andere Erfahrungen im späteren Leben bedingen. Auch lässt sich erkunden, wieso zu einer bestimmten Zeit auch krisenhafte Situation notwendig sein können, um etwas tiefergehend zu begreifen und zu verändern. Gerade in komplizierten Zeiten, in denen wir gerne mal den Überblick verlieren, kann die Astrologie ein sehr hilfreicher Wegweiser sein, der uns jederzeit zur Verfügung steht.

Die Anwendungsmöglichkeiten der Astrologie sind außerordentlich vielseitig. Sie kann Ihnen ein tieferes Verständnis all ihrer Beziehungen vermitteln. Durch den Vergleich der Geburtshoroskope zweier Menschen oder eines Paares, die sog. Synastrie-Analyse, können Bereiche aufgezeigt werden, in denen sie sich gegenseitig herausfordern und unterstützen müssen, um ihre individuelle Entwicklung zu fördern. Die Astrologie kann zeigen, wo karmische Energien wirken, mit manchmal strengen, aber notwendigen Lektionen oder wo die Potenziale liegen für eine alchemistische Transformation. Wenn das Leben wie eine Reihe bedeutungsloser Ereignisse aussieht, können Sie mithilfe der Astrologie ein hilfreiches Zeichen dafür finden, dass Dinge eventuell aus einem bestimmten Grund geschehen und Zusammenhänge herstellen. Sie kann innere Widersprüche und natürliche Stärken beleuchten. Als Landkarte der Psyche ist ihr Geburtshoroskop ein Leitfaden zum Selbstverständnis, der immer neue Ebenen der Einsicht enthüllen kann. Da wir Teil der Geschichte des Universums sind, gibt uns die Beschäftigung mit der Astrologie in der heutigen Zeit auch eine Möglichkeit, unsere verloren gegangen Beziehung zur Natur wieder herzustellen.

Eine neue Astrologie im Wassermann-Zeitalter

Viele, der Wissenschaft aufgeschlossene Menschen sind fasziniert von den Erkenntnissen der Quantenphysik. Unser wachsendes Wissen um “das Kleinste” hat unsere ganze Weltanschauung erschüttert: Es gibt keine Materie, nichts “Festes”. Alles ist nur unterschiedliche Energie-Frequenz. Doch auch auf der anderen Seite des Spektrums, beim Wissen um das “Grösste”, der Kosmologie, vollziehen sich ebenfalls großartige Änderungen in der Weltanschauung: Wir leben in keinem “toten Universum”, im Gegenteil, das Universum ist ein lebendiges System, der Kosmos lebt. Wenn alles lebt, dann hat alles eine Seele.

Das Selbst-Bewusstsein im Menschen entwickelte sich im wachsenden Bewusstsein darüber, dass es etwas Höheres gibt. Die beobachteten Sterne waren die Projektionsfläche für dieses Höhere. Die Menschen projizierten ihre Seele in den Himmel. Seelen-Bilder wurden zu Himmels – und Götter-Bildern. Die äußeren Himmels-Bilder repräsentieren unsere innere Seele. Jede Epoche muss dieses ursprüngliche, archetypische Wissen in eine zeitgemäßeste Form kleiden. Die Aufgabe ist es daher einer logisch-mechanistisch patriarchalischen Interpretationsweise des Geburtshoroskops den Rücken zuzuwenden und die Rückkehr der Göttin und der weiblich-intuitiven ganzheitlichen Deutungsweise in eine neue, postmodernen Astrologie zu integrieren.

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